• Susanne Lorra

Gelenke und Schmerzen – wer rastet, der rostet


Gelenke verbinden zwei Knochen miteinander und sorgen gemeinsam mit Sehnen und Muskeln für Stabilität und Beweglichkeit. Jedes Gelenk wird von einer Gelenkkapsel fest umschlossen, die einen mit Flüssigkeit gefüllten Spalt schützt. Diese Flüssigkeit oder „Gelenkschmiere“ wird in der Kapselinnenhaut gebildet und verringert nicht nur die Reibung, sondern versorgt auch den Knorpel auf den Gelenkflächen bei jeder Bewegung mit Nährstoffen. Ähnlich einem Stoßdämpfer schützt dieser Knorpel das Gelenk vor Überlastung und damit den Knochen vor Abrieb.

Beispiele für Gelenkarten

  • Scharniergelenk: Ellenbogen, Knie

  • Drehgelenk: Hals

  • Kugelgelenk: Schulter, Hüfte, Finger

  • Sattelgelenk: Daumen

  • Arthrose oder Gelenkverschleiß

Doch Fehlhaltungen, Bewegungsmangel oder Übergewicht können zu vorzeitiger Abnutzung („Arthrose“) des Knorpels besonders auf den stark belasteten Gelenken von Hüfte und Knie führen. Durch die Schäden am Gelenkknorpel kommt es letztendlich zur Zerstörung der darunterliegenden Knochenflächen. Damit verbunden sind plötzliche Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und sich versteifende Gelenke mit knotigen Verdickungen. Der beste Schutz davor ist regelmäßige Bewegung, damit der Knorpel ausreichend mit Gelenkschmiere und den darin enthaltenen Nährstoffen versorgt wird sowie starke Muskeln zur Unterstützung und Stabilisierung.

Symptome einer Arthrose

  • Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, die sich bei körperlicher Belastung sowie kalter und feuchter Witterung verstärken

  • Anlaufschmerz nach längerem Ruhen bei nur kurzer Morgensteifigkeit der Gelenke (im Gegensatz zur Arthritis)

Da sich Gelenkknorpel praktisch nicht neu bilden kann, ist es Ziel aller therapeutischen Maßnahmen bei Gelenkverschleiß, die Schmerzen zu lindern und die Gelenkfunktion zu verbessern oder wenigstens zu erhalten.

Rheuma Rheuma (aus dem Griechischen für „ziehender, reißender Schmerz“) ist nicht nur eine Krankheit, sondern ein ganzer Formenkreis entzündlicher Erkrankungen, die neben Knochen und Gelenken auch Weichteile wie Muskeln, Sehnen und Bänder sowie so gut wie alle Organe befallen können. Rheumatische Entzündungen gibt es beispielsweise am Auge, am Herzmuskel, an den Nieren, am Darm oder den Nerven. Eine spezielle Form des Weichteilrheumatismus ist die „Fibromyalgie“ mit ausgeprägten Muskelschmerzen. Auch Gicht, Arthrose oder Lupus erythematodes gehören zum rheumatischen Krankheitsbild. Die weitaus häufigste Rheuma-Erkrankung ist jedoch die rheumatoide Arthritis, oft auch chronische Polyarthritis genannt, weil sie mehrere Gelenke gleichzeitig befällt.


Arthritis oder Gelenkentzündung Auf den ersten Blick ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis nicht leicht zu erkennen, denn viele Beschwerden und auch Behandlungsansätze sind bei beiden Krankheitsbildern gleich, da eine Gelenkabnutzung so gut wie immer auch eine Gelenkentzündung zur Folge hat. Die Ursachen können jedoch vielfältig sein und eine Arthritis kann auch durch eine Infektion (z.B. Borreliose nach Zeckenbiss) oder eine Autoimmunreaktion entstehen, wie es bei der rheumatoiden Arthritis der Fall ist, die sich zunächst nur durch leichte Müdigkeit, Fieber oder Appetitlosigkeit bemerkbar machen kann, bevor in späteren Stadien warme, geschwollene und gerötete Gelenke, die meist paarweise betroffen sind, hinzukommen. Nichtsteroidale Antirheumatika als Standardtherapie Egal, ob es sich um Arthrose, Arthritis, Rheuma oder Hexenschuss handelt: Zur Standardtherapie gehören entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac, Indometacin oder Naproxen, die als „nichtsteroidale Antirheumatika“ (NSAR) bezeichnet werden. Diese Schmerzmittel sind auch für die kurzzeitige Selbstbehandlung geeignet und in niedrigen Dosierungen rezeptfrei in der Apotheke als Tabletten und/oder Salben zu kaufen. In höheren Dosierungen sowie bei langanhaltenden Schmerzen sind die NSAR verschreibungspflichtig, da sowohl die Erkrankung als auch mögliche Neben- und Wechselwirkungen eine regelmäßige ärztliche Kontrolle erfordern. Die häufigsten Nebenwirkungen sind verstärkte Blutungsneigung, verringerte Nierendurchblutung sowie Magenbeschwerden, gegen die oft Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Omeprazol, Pantoprazol oder Esomeprazol als Magenschutz verordnet werden. Die dadurch reduzierte Bildung von Magensäure kann zu einem Nährstoffmangel vor allem bei Vitamin B12, Magnesium, Calcium, Eisen und Vitamin C führen, besonders wenn die PPI jahrelang eingenommen werden müssen. Gesundes für Gelenke – Nahrungsergänzung bei Arthrose und Arthritis Glucosamin und Chondroitin gehören zu den „Chondroprotektiva“, sind Nährstoffe, die die Gelenke schützen und den Knorpelabbau verringern bzw. dessen Struktur stärken. Glucosamin ist der Hauptbestandteil von Gelenkknorpel und –flüssigkeit und besitzt sogar eine Zulassung als entzündungshemmendes Arzneimittel bei Arthrose. Chondroitin sorgt dafür, dass Wasser im Bindegewebe gespeichert und dadurch die Elastizität des Knorpels erhöht wird. Zudem verringert es die Bildung entzündungshemmender und knorpelzerstörender Substanzen. Oft werden beide Stoffe auch mit MSM, dem schwefelhaltigen Methylsulfonylmethan, kombiniert, das ebenfalls einen Ausgangsstoff für den Gelenkknorpel liefert. Werden diese Nahrungsergänzungsmittel richtig und rechtzeitig eingenommen, können sie möglicherweise den Bedarf an entzündungshemmenden Arzneimitteln sowie die damit verbundenen Magenbeschwerden als häufiger Nebenwirkung verringern. Denken Sie bitte daran, dass Knorpelschäden wenn überhaupt nur sehr langsam repariert werden, so dass die Effektivität dieser Nahrungsergänzung erst nach mehrmonatiger regelmäßiger Einnahme beurteilt werden kann. !




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