Verbena officinalis - Eisenkraut 
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Um die ägyptische Göttin Isis rankt sich ein mystischer Heilkult und es heißt, die Pflanzen der Isis seien aus ihrem Schweiß entsprossen, als er die Erde benetzte. (aus: Müller-Ebeling, Rätsch, Storl: Hexenmedizin, 1998).

Eine der wichtigsten Pflanzen von Isis war die Verbene, das Eisenkraut, das auch das Druidenkraut, Tränen der Hera/Juno, Venuskraut, Wunschkraut oder heiliges Kraut genannt wurde.

Als ein wirksames Aphrodisiakum, ein Mittel gegen Schlangenbisse, Fieber und Entzündungen und als Hilfe beim Wahrsagen war es bereits bei den Ägyptern, Persern, Römern und Kelten weit verbreitet.

Das Eisenkraut wächst bis zu 1 m hoch, hat zarte kleine rosafarbene Blüten und einen drahtigen, vierkantigen Stengel. Es gehört zu der Familie der Verbenaceae, den Eisenkrautgewächsen, die ebenso wie die Lippenblütler ( Salbei, Thymian, Melisse, Majoran, Rosmarin...) den Lippenblütlerartigen (bot. Lamiales) zugeordnet sind. So ist auch das Eisenkraut ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet und gedeiht gern an sonnigen Standorten, wo es mit Thymian, Ysop, Oregano harmonisiert.
Heute findet man es auch viel in Nordeuropa und Nordamerika. 

Wichtige Inhaltsstoffe des Eisenkrauts sind Glykoside (Verbenalin, Verbenin), Alkaloide, Bitterstoffe, Gerbsäuren, ätherische Öle. 
Eisen wie ihr Name verspricht, enthält das Eisenkraut leider nicht.

 

Das Eisenkraut stärkt das Nervensystem und wird zur Behandlung bei Depressionen, nervösen Zuständen und Migräne eingesetzt.

Die Bitterstoffe regen die Leber und den Gallenfluss an. So fördern sie die Verdauung und haben eine insgesamt reinigende und kräftigende Wirkung auf die ableitenden Harnwege.

Der Gattungsname Verbena ist keltischen Ursprungs und bedeutet "Steinfeger", geht aber nicht auf das Auflösen von Nieren-, Blasen oder Gallensteine zurück, sondern auf die Nutzung bei germanischen Zeremonien, wo das Eisenkraut zur Reinigung  von Altären und Opfersteinen mit geweihtem Wasser oder Blut genutzt wurde, damit sich das Heilige manifestieren konnte.

Äußerlich angewendet sind die Gerbstoffe hilfreich bei wunden Stellen im Mund, Halsentzündungen oder leicht entzündeten Hautstellen.

Zarte, junge Blätter des Eisenkrauts können von April bis Juni zur Teebereitung oder als Zugabe in Salaten genutzt werden. Achtung: Eisenkraut schmeckt sehr bitter!
Tipp: zur Abmilderung die Blätter etwa 1 Stunde in warmes Wasser legen.

 

Die blaß-violetten, kleinen Blüten des Eisenkrauts sind von Juli bis September eine essbare, herbwürzige Dekoration.


Das ganze Jahr über können die Wurzeln des Eisenkrauts zur Heilanwendung genutzt werden.

Anwendungtipps

  • Tee trinken bei bei Erschöpfung und Nervosität, Leber-und Nierenleiden, Atemwegserkrankungen, Fieber

  • gurgeln bei Halsentzündungen oder Zahnfleischbluten

  • Kompressen auflegen bei leichten Verletzungen, Hautirritationen und Hautunreinheiten

  • Sitzbäder bei Hämorrhoiddalleiden

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Die sekretolytische (schleimlösend), antiphlogistische (entzündungshemmend), antitussive (hustenreizstillend) Wirkung des Eisenkrauts beruht vermutlich auf den Glykosiden. Verbenalin und Verbenin.

Quellen:

Bäumler, S.: Heilpflanzenpraxis heute. 2010.

Fleischhauer, S.G., Guthmann, J., Spieherlberger, R.: Essbare Wildpflanzen. 2010
Müller-Ebeling, Rätsch, Storl: Hexenmedizin, 1998

Scheffer, M. & Storl, W.-D: die Seelenpflanzen des Edward Bach. 1995